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  • sozilena

Ein guter Start ins Leben braucht Hebammen!

Als ich schwanger war, begann ich ziemlich früh im ersten Schwangerschaftsdrittel mit der Suche nach einer Hebamme. Schnell stellte sich heraus: das konnte ich vergessen, zumindest für die Vorsorge. Aber für das Wochenbett, eine so intensive und körperlich anstrengende Zeit, müsste sich doch eine Hebamme finden lassen? Ich telefonierte ganze Listen ab, erfolglos - alle überlastet, da sich zu viele Betreute auf zu wenige Fachkräfte verteilen. Die 32. Hebamme hat sich schließlich erbarmt und uns in ihren übervollen Kalender gequetscht. Ich behaupte mal, dass alle, die eine Geburt hinter sich haben, wissen, wie wichtig diese Unterstützung gerade zu Beginn dieses neuen Lebens ist. Der Hebammenmangel gefährdet auch dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, dem Hebammenverband und dem Verein Motherhood e.V. zufolge die Gesundheit Neugeborener und setzt Eltern unter Stress.


Und von der Situation in der Geburtshilfe haben wir hier noch gar nicht gesprochen! Übervolle Kreissääle, in denen eine Eins-zu-Eins-Betreuung nicht gewährleistet werden kann, Personen in den Wehen müssen mitunter zur nächsten Klinik geschickt werden - dass da auf Dauer nicht immer alles gut gehen kann, liegt nahe. Inakzeptabel.


was tun?



Zunächst einmal muss die Sicherheit von gebärender Person und Kind absoluten Vorrang vor der Wirtschaftlichkeit einer Geburt haben. Das derzeitige Vergütungssystem richtet sich aber nach Interventionen und Einzelfallpauschalen, und nicht nach dem eigentlich viel zentraleren Personalaufwand. Das setzt falsche Anreize, z.B. für die Personalplanung. Nicht alle Probleme können direkt auf Hamburger Ebene angegangen werden. Die hohen Beiträge für die Haftpflichtversicherung der Hebammen beispielsweise.


Ich will mich aber dafür einsetzen, dass unter Federführung der Hamburgischen Bürgerschaft und der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und unter Einbeziehung aller Stakeholder - vor allem der betroffenen Hebammen und Eltern - eine Hamburger Strategie für eine adäquate Hebammenversorgung für Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung erarbeitet werden. Außerdem sollte erst einmal systematisch und an zentraler Stelle das Ausmaß der Unterversorgung mit Hebammen erfasst werden. Und es soll geprüft werden, wie flächendeckend ein den Personalaufwand statt Interventionen honorierendes und auf Einzelfallpauschalen basierendes Vergütungssystem in Hamburg etabliert werden kann.


Ein guter und sicherer Start ins Leben muss unser Anspruch sein. Für alle - die ganze Stadt im Blick.

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